Selbstbewusst nach vorne schauen
Leserinnenbrief von Lucia Engeli auf den AZ-Artikel “Üben sie schon mal den Alleingang?” vom 02.05.2026
Der Artikel zeigt: Es geht nicht nur um Schulraumplanung, sondern um Mitsprache, Augenhöhe und die Zukunft unserer Region. Seit Jahren arbeiten Ober- und Unterentfelden bei Schule, Feuerwehr und Badi eng zusammen. Unterentfelden wurde dabei allzu oft als Juniorpartner behandelt. Sichtbar wird das etwa beim Stimmengewicht in den Gremien. Viele Entscheide wurden aus Oberentfelder Perspektive gedacht. Nun, da Unterentfelden mit Aarau eine echte Entwicklungsperspektive erhält, ist die Irritation plötzlich gross. Gleichzeitig wird aus Oberentfelden der Wunsch nach einer Annäherung laut. Man fragt sich: Warum wurde die Bevölkerung nie ernsthaft gefragt, ob ein gemeinsames Entfelden gewünscht wäre?
Unterentfelden hat sich mehrfach offen für regionale Lösungen gezeigt: im Zukunftsraum, an der Zukunftskonferenz und beim Kredit für «zäme wachse». Oberentfelden hingegen sagte Nein zum Zukunftsraum und der Gemeinderat hielt schriftlich fest, dass man keine Zusammenschlüsse anstrebe – mit niemandem! Der Weg nach Aarau ist für Unterentfelden also kein spontaner Bruch, sondern die Folge einer langen Entwicklung. Wenn Oberentfelden den Alleingang vorbereitet, ist das konsequent, aber auch erstaunlich ehrlich: Politisch eigenständig war Oberentfelden schon immer. Offenbar wurde aber weiterhin mit dem kleineren Nachbarn als Anhängsel gerechnet. Für Unterentfelden heisst es jetzt, selbstbewusst nach vorne zu schauen. Für sichere Finanzen, für eine starke Schule. Für eine starke Region.
Lucia Engeli, SP-Grossrätin, Unterentfelden