Der Schaukelstuhl bringt uns nicht weiter

Leserbrief von Fabian Humbel in der AZ vom 21.05.2026

«Angst ist wie ein Schaukelstuhl, er gibt Dir etwas zu tun, aber er bringt Dich nicht sehr weit» (Jodi Picoult). Immer wieder höre ich von der Angst, unser Dorf Unterentfelden würde bei einem Zusammenschluss mit Aarau «aufgefressen» und seine Identität verlieren. Ich bin in Obersiggenthal aufgewachsen. Die Gemeinde besteht aus einem grossen und zwei kleinen Dorfteilen – mit etwa identischen Verhältnissen wie Aarau-Rohr-Unterentfelden. Das aktivste Dorfteilleben mit Dorfteilvereinen oder dem grossen Dorffest «Sichlete», findet in den beiden kleinen Dorfteilen statt. Sie sind auch meist weit überproportional im Einwohner- und Gemeinderat vertreten.

Aus Erfahrung kann ich also sagen: Eine Angst vor einem Identitätsverlust aufgrund des Zusammenschlusses ist unbegründet. Unsere Identität hängt nicht davon ab, wo die Verwaltung ihre Büros oder der Stadtrat sein Sitzungszimmer hat, sondern davon, wie wir Einwohnerinnen und Einwohner unser lokales Leben gestalten und uns engagieren. Tun wir das weiterhin aktiv, bleibt die Identität Unterentfeldens erhalten. Tun wir das nicht mehr, hilft es auch nicht, eine eigenständige Gemeinde zu bleiben. Mit dem Zusammenschluss bleibt das Äntefescht, bleibt die Badi, bleiben die Schulstandorte, bleibt der Fussballplatz, bleiben die Vereine. Wir verlieren nur das, was wir selber aufgeben. Der Schaukelstuhl mag bequem sein – weiter bringt er uns nicht.

Deshalb ein klares JA zum Zusammenschluss mit all seinen Perspektiven!

Fabian Humbel, Unterentfelden


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Unterentfelden und Aarau, ein Rückblick