Debatte unnötig emotionalisiert
Leserbrief von Gianluca Sorrentino auf diverse AZ-Artikel zum Zusammenschluss zwischen Aarau und Unterentfelden
Die jüngsten AZ-Artikel zur Fusion zwischen Aarau und Unterentfelden zeichnen ein Bild, das stark von Konflikten, Schuldzuweisungen und finanziellen Schreckensszenarien geprägt ist. Sowohl das Interview mit der Oberentfelder Frau Ammann, dass Unterentfelden einseitig kritische Absichten unterstellt, sowie die Replik aus Unterentfelden als auch der Bericht über den angeblichen «Sanierungsfall» emotionalisieren die Debatte unnötig. Dabei gerät aus dem Blick, weshalb diese Fusion überhaupt geprüft wird und welche Chancen sie für die Region bietet.
Unterentfelden sucht nicht den Streit mit Oberentfelden, sondern eine nachhaltige Lösung für Herausforderungen, die viele Gemeinden betreffen: steigende Kosten, grosser Infrastrukturbedarf und wachsende Anforderungen an den Service public. Diese Fragen offen und vorausschauend anzugehen, zeugt von Verantwortung - nicht von einem «Rosenkrieg».
Vor allem bietet eine Fusion mit Aarau eine attraktive Perspektive: Aarau ist ein starker Partner mit zentralen Dienstleistungen, Infrastruktur und Verkehrsanbindung. Eine engere institutionelle Zusammenarbeit kann Synergien schaffen und Doppelspurigkeiten abbauen.
Dass in den Artikeln kaum Platz für diese Chancen blieb, ist bedauerlich. Gerade die Aargauer Zeitung hätte die Möglichkeit, die Diskussion zu versachlichen und zu zeigen, dass Gemeindefusionen nicht aus Schwäche entstehen, sondern aus dem Willen, gemeinsam stärker zu werden.
Gianluca Sorrentino, Co-Präsident SP Entfelden