Ein verzerrtes Bild

Replik von Jürg Basler auf den Leserbrief in der AZ vom 12.06.2026 von Martin Kohlbeck (Oberentfelden)

Der Leserbrief von Martin Kohlbeck zeichnet ein verzerrtes Bild der Ereignisse rund um die Gemeindeversammlung in Unterentfelden. Die Darstellung, dem Cevi Entfelden sei ein «Maulkorb» auferlegt worden und eine neutrale Stellungnahme sei unterdrückt worden, hält einer sachlichen Überprüfung nicht stand.

An der Versammlung selbst wurde der entsprechende Vorwurf von zwei Teilnehmenden vorgebracht. Der Gemeindepräsident wies diesen jedoch klar zurück und verwies auf die Statuten des Cevi Entfelden sowie darauf, dass der Gemeinderat nicht dafür zuständig ist, Stellungnahmen von Vereinen gegenzulesen. Von Einschränkung der Meinungsäusserung kann unter diesen Umständen nicht gesprochen werden. Die Wortmeldungen konnten im Rahmen der Versammlung frei eingebracht werden. Es ist zudem fraglich, ob Stellungnahmen in einem politisch so aufgeladenen Kontext überhaupt als «neutral» bezeichnet werden können. Auch solche Beiträge verfolgen in der Regel ein Anliegen und sind Teil der öffentlichen Meinungsbildung.

Der Hinweis auf die Bedeutung der Jugend ist berechtigt. Gerade deshalb ist es wichtig, zwischen belegbaren Sachverhalten und zugespitzten Interpretationen zu unterscheiden. Auch der Verweis auf die angebliche Nähe zwischen Oberentfelden und Unterentfelden greift zu kurz. Geografische Nähe allein garantiert keine tragfähige Zusammenarbeit. Die Erfahrungen der letzten Zeit zeigen vielmehr, dass das Verhältnis auf Ebene Gemeinden belastet ist. Eine ernsthafte Diskussion über die zukünftige Ausrichtung sollte diese Realität einbeziehen, statt sie auszublenden.

Jürg Basler, Unterentfelden


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