Demokratie muss niederschwellig sein

Leserbrief von Gianluca Sorrentino in der AZ vom 27.05.2026

Demokratie funktioniert nur, wenn alle mitmachen können. Doch die Gemeindeversammlung setzt eine Hürde, die viele nicht überwinden können – nicht weil sie es nicht wollen, sondern weil das Leben es nicht zulässt. Wer an einem bestimmten Abend krank ist, Kinder hüten muss oder Schicht arbeitet, hat schlicht kein Mitspracherecht. Entscheidungen, die alle betreffen, werden so von jenen getroffen, die zufällig Zeit und Gesundheit haben. Das ist kein Vorwurf – das ist ein strukturelles Problem.

Dabei gilt ein Grundsatz, der nicht verhandelbar sein sollte: Demokratie muss so niederschwellig wie möglich sein. Und die niederschwelligste Form der Mitbestimmung ist und bleibt die Abstimmung an der Urne – unabhängig von Tageszeit, Gesundheit oder familiären Verpflichtungen. Gerade bei einer Frage von dieser Tragweite – dem Zusammenschluss zweier Gemeinden, einer Entscheidung, die Unterentfelden für Generationen prägen wird – wäre eine Urnenabstimmung nicht nur wünschenswert, sondern geboten.

Ein solches Thema verdient die Stimme aller, nicht nur jener, die an einem Abend erscheinen können. Schon allein um diese Niederschwelligkeit zu garantieren, braucht es am 8. Juni an der Gemeindeversammlung ein Ja zum Zusammenschluss Unterentfelden–Aarau.

Gianluca Sorrentino, Co-Präsident SP Entfelden, Unterentfelden


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