Wie viel Selbstständigkeit?
Leserinnenbrief von Andrea Fäh in der AZ vom 06.06.2026
Am Montagabend äussert sich das Volk von Unterentfelden zur Fusion. In der jüngsten Berichterstattung wird häufig der Verlust von Selbstständigkeit ins Feld geführt, weshalb der Fusion nicht zuzustimmen sei. Haben wir denn wirklich so viel Selbstständigkeit?
Unterentfelden ist in zahlreichen Verbänden, um die wichtigen Arbeiten mit Partnern zu erledigen, da ein Alleingang nicht zielführend ist. In diesen Verbänden hat jeweils ein Gemeinderatsmitglied (Exekutive) Einsitz. Die Verbände agieren infolgedessen rein über ihre jeweiligen Exekutiven und sehr wenige Entscheide werden dem Volk vorgelegt. Sofern das Volk entscheiden kann, geht es um keine inhaltliche Mitsprache, sondern um ein Ja oder Nein bei einer Finanzierung. Eine inhaltliche Mitbestimmung durch das Volk wäre undenkbar, da sonst die Verbände schlicht handlungsunfähig würden.
Als Teil von Aarau hat das Volk durch seine Volksvertretung im Einwohnerrat (der eben auch inhaltlich Einfluss nehmen kann) überproportional mehr Einfluss. Diese Vorstellung, dass wir als kleines Dorf alles selber bestimmen können und dass das Volk hierbei ein grosses Mitspracherecht habe, verkennt, dass diese Entscheidungsfindung in Gremien ohne Einflussnahme des Volkes stattfindet. Also hören wir doch auf, von Mitsprache und Selbstständigkeit zu reden, es gibt sie schlicht nicht! Die Fusion mit der Mitsprache im Einwohnerrat eröffnet für Unterentfelden und seine Bevölkerung neue Wege.
Andrea Fäh, Unterentfelden