Eine Chance statt ein Verlust

Leserinnenbrief von Denise Widmer in der AZ vom 28.08.2026

Die Bedenken gegenüber einer Fusion mit Aarau sind meist diffuse Ängste und Sorgen. Beim Argument der «verlorenen Eigenständigkeit» stellt sich eine Frage, die nur mit Fakten beantwortbar ist: Wie viel politische Eigenständigkeit haben wir in Unterentfelden tatsächlich?

Viele Aufgaben werden längst regional organisiert, und bei Finanzen, Infrastruktur, Bildung und anderen Bereichen sind wir stark von übergeordneten Strukturen abhängig. Auch unsere Identität lässt sich nicht einfach an einer Gemeindegrenze festmachen. Sie entsteht durch Menschen, Vereine, Quartiere, Traditionen und das tägliche Zusammenleben – und all das verschwindet durch eine Fusion nicht.

Eine Fusion bedeutet deshalb nicht, dass Unterentfelden seine Identität aufgibt. Sie bedeutet, dass wir gewisse politische und administrative Entscheidungen künftig gemeinsam mit Aarau treffen. Dafür erhalten wir die Möglichkeit, Ressourcen zu bündeln, Strukturen effizienter zu organisieren und unsere Region gemeinsam weiterzuentwickeln.

Wer «Eigenständigkeit» sagt, sollte deshalb auch fragen: Was gewinnen wir konkret, wenn wir an der heutigen Gemeindegrenze festhalten – und was kostet uns das?

Für mich überwiegen die Chancen klar. Nicht die Gemeindegrenze macht Unterentfelden aus, sondern die Menschen, die hier leben. Deshalb ein überzeugtes Ja zur Fusion mit Aarau.

Denise Widmer, Unterentfelden


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