Mit Empfehlungen zurückhalten

Leserinnenbrief von Andrea Fäh in der AZ vom 12.09.2026

Je näher der 27. September rückt, desto lauter melden sich Stimmen zur Fusion Aarau-Unterentfelden, auffallend viele davon aus Oberentfelden. Das erstaunt mich. Über diese Fusion entscheiden die Stimmberechtigten von Aarau und Unterentfelden, sonst niemand. Wer nicht in einer der beiden Gemeinden wohnt, wird an der Urne auch nicht gefragt und das aus gutem Grund: Es sind die Menschen vor Ort, die mit den Konsequenzen leben, die Infrastruktur nutzen, die Steuern zahlen und die künftige Gemeinde mitgestalten. Dass sich Aussenstehende trotzdem so vehement einmischen, drängt den Verdacht auf, dass es dabei weniger um Sachargumente als um eigene Interessen geht. Etwa die Sorge, dass ein starkes Aarau-Unterentfelden die Region verändern und die eigene Gemeinde ins zweite Glied rücken könnte. Das ist nachvollziehbar, gehört aber nicht in eine Debatte, die den Betroffenen vorbehalten sein sollte.

Ich wünsche mir, dass die Diskussion in den kommenden Wochen wieder dort geführt wird, wo sie hingehört: unter denjenigen, die am 27. September tatsächlich abstimmen dürfen. Wer nicht direkt betroffen ist, darf gerne interessiert zuschauen, sollte sich aber mit Empfehlungen, wie die Nachbargemeinde ihre Zukunft zu gestalten hat, zurückhalten.

Andrea Fäh, Unterentfelden


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